Endlich Urlaub?! – Prolog

1_IMG_8567Urlaub! Endlich!

Ja, auch ich habe ihn lange schon dringend nötig. Erst recht nach vielen Überstunden und Vertretungen.
Aber wem sage ich das? So geht es halt der „normalen“ arbeitenden Bevölkerung…
Urlaub hat einfach jeder einmal nötig. Nun ist es auch endlich bei mir soweit.

Letzter Arbeitstag, Freitag der 04.10.19.

Yeah, wieder Vertretung und Schicht bis zum Ende. Egal. Bald geschafft! Super, letzte volle Stunde erreicht. Schnell und flott alles packen und durch die Räume flitzen und alles im Büro abschließen, PCs herunterfahren. UPDATE! Na, super, typisch! Egal. Gleich geschafft. Erledigt! Yeah! PCs schnell ganz aus, Monitore ebenfalls. Zur Kollegin noch ein schnelles, aber freundliches „Tschüss, schönes Wochenende!“ Viermal schnell winken und dabei freundlich Lächeln. Und los zum Bus rennen! Regen zum Feierabend.
Geil! Durchnässt! „Ach, ärger dich nicht, scheiß drauf! Einmal schlafen, dann bist du trocken im Urlaub.“, denke ich mir tröstend und renne weiter zum Bus. Selbstmotivation ist alles! Yes! Gerade noch so den Bus erwischt. Reinhüpf und los.

Daheim angekommen und flott restliche Sachen packen. Langes Durchschnaufen. Dann mit dem Ausatmen noch ein letztes Mal den Ärger der ganzen Woche rauslassen. Dann damit abschließen. Noch einmal kräftig einatmen und den Duft der Freiheit genießen. Ausatmen und freudig rufen: „Yes! Uuuurlaaauub! Geschaaaffft!~“ und nichts ärgert einem mehr. Es ist soweit. Morgen gehts los!

—*—

Am nächsten Tag.

Wecker läutet um 03:45 Uhr.
„Uah…uffz.“ (streck)
„Ok…ok, reiß dich zusammen, werd wach und dann ab zum Bus. Koffer, Busticket und Flugticket unbeding mitnehmen!“
Gedacht, getan.
Im Dunkeln zum Bus gehen. Oha, tiefste Dunkelheit.
Manchmal frage ich mich, ob man so früh schon draußen sein sollte. Total ungesund. Was soll’s, dauert ja nicht mehr lange bis zum endgültigen Urlaubsfeeling. Yay, neue Motivation gefunden.
Endlich bei der Bushaltestelle. Einstieg in Linie 11, Uhrzeit 04:47 Uhr. Abfahrt.
Ausstieg Gablenzstraße. Der Bus war für diese Uhrzeit unglaublich voll gewesen.
Wer zur Hölle steht freiwillig so früh auf? Der Morgenmuffel in mir lässt grüßen. Kreilauf niedrig. Augenringe die das Gesicht zieren.
Kurzer Spaziergang mit klappernden Koffer über den Bordstein und Pflastersteinweg zur Fernbushaltestelle. Uhrzeit 05:10 Uhr.
Noch einmal auf das Ticket guck: „Ok, 05:50 Uhr kommt der Fernbus. Mehr als pünktlich vor Ort. Zwar sau-müde (sehr müde), aber dafür weniger Stress. Gut so.“
Hurra, der Bus ist da! Einstieg und Los!

Ankunft Hamburger Flughafen, 07:10 Uhr.

Pünktlich. Gut. Ja, es hat Vor- und Nachteile ohne Auto…
Diese kann sich nun jeder selbst ausmalen. Das überlasse ich ganz eurer Fantasie und spare mir nun hier weitere Argumentationen.
Gepäckabgabe nun, eingecheckt ist schon. WTF? (What the fuck/Was zur Hölle?) Was ist nun los? Selbstbedienungskasse wie im Supermarkt? Nein. Gepäckselbst-Check-In. OK?! First Time, why not?
Der Koffer wird selbst abgewogen und dann kommuniziert man mit dem „Schalter-Automaten“ bzw. lässt sich eher Anweisungen von der Maschine geben. Etwas befremdlich und abenteuerlich das ganze. Flugticket noch einmal eingescannt, Koffer liegt nun auf dem Fließband, Hinweis über „Gefahrengüter“-Leselektion, per Häkchen oder Hakerl (Österreichisches Deutsch) bestätigen: „Ja, habe verstanden.“ Weiter geht’s. Nun wird der Drucker aktiviert. Etikett für den Koffer kommt raus. „IKEA-Bedienungsanleitung-mäßiges Bild“ erscheint auf dem Display: „So, und dann so müssen Sie das kleben.“ Ok? Gemacht.
Resümee: Irgendwie fühlt man sich merkwürdig am frühen Morgen, mit wenig Schlaf intus, so eine Terminal-Diskussion hinter sich gebracht zu haben. Na, was soll’s?
Archievement in Formt eines Beleges erhalten, dass der Koffer weitergeleitet wird und im Falle eines „Verschwindens“ hat man ja den Beleg…
Congratulation! Der Koffer ist weg. Erstmal. Hoffentlich, später wieder da? Mit diesem Beigeschmack geht’s nun zur Sicherheitskontrolle.

Habe ich schon erwähnt, dass ich echt immer – aber wirklich auch immer – mit dem Glück gesegnet bin, dass ich bei der Sicherheitskontrolle aufgehalten oder zur Seite geholt werde? Ich weiß echt nicht wieso und was ich falsch mache? Bin ich eine potenzielle Gefahr, wenn ich müde und mit niedrigem Blutdruck mich morgens durch den Flughafentrubel quäle und eh fast am Einschlafen bin? Don’t know.
Ok, mein Haargummi zum Beispiel könnte anderwertig angewandt eine Erstickungswaffe sein, wenn mir jemand diesen zuvor abreißt und jemand seinem „potenziellen“ Opfer in den Mund stopft. Ein Überraschungseffekt wäre wahrhaftig gegeben. Meinen Haarreif könnte man ja auch noch als eine Wurfwaffe, so wie Sailor Moon aus dem gleichnamigen Anime ihn verwendet, benutzen. Ok, das könnte ich der Security noch mit einer „meeennngeee Faaaanntasiiiieee“ abkaufen…
Meine Jacke stellt keine Gefahr dar. Die wird eh separat durchleuchtet. Achja, meine Schuhe könnten ja auch noch als Waffe dienen. Erst recht, wenn man diese hart an jemandes Kopf wirft…(Ja, die Schuhe musste ich tatsächlich auch schon einmal ausziehen und es waren keine Stahlkappen-Schuhe, nur mal so am Rande erwähnt. Ich erinnere mich noch ganz genau, das war meine 5. Kontrolle.) Gut, dann ziehe ich lieber vorsichtshalber die Schuhe auch schon einmal gleich aus, um das Risiko der „Schuh-Wurf-Waffen-Gefahr“ zu umgehen und lege sie zur Jacke dazu.
Nun, was hatte ich schlussendlich noch an?
Gehen wir das gedanklich einmal durch:
-> Socken
-> Unterwäsche (BH ohne Bügel und simples Stoffhöschen)
-> Hose (ohne Gurt), simple Leggins
-> T-Shirt
Gut, diesmal habe ich wohl nichts an, woran man etwas aussetzen könnte.
Diesmal werde ich doch endlich mal normal, ohne separat zur Seite geholt zu werden durchkommen, oder?

Ganzkörperscanner. Durchleuchtet und durchstrahlt. Kein Piepen. „Yeah!“, dachte ich noch…noch.
Im nächsten Moment: „Kommen Sie mal zur Seite.“, hörte ich plötzlich eine Stimme neben mir sagen.
Häh!?! Wieso denn nun wieder??
Ich sag’s euch doch…da stimmt was nicht. Mittlerweile frage ich mich, ob ich mir echt Gedanken machen muss, ob ich auf irgendeiner Liste aufgeführt bin: „Potenzielle Gefahr – Achtung, Österreicherin, die ihre Eltern in der Heimat besuchen möchte. Risikofaktor: Niedriger Blutdruck, Morgenmuffel, Kein Frühaufsteher – keineswegs, Augenringe des Grauens. Sieht man ihr zu lange in die müden Augen, können diese aufgrund Dummheit anderer Menschen, die dareinschauen, zornig funkeln. Gefahr auf Alpträume in Folge und böse und direkte Sprüche als Konter…“
Auf alle Fälle wurde ich dann „betätschelt“ und das noch am – für mich noch frühen – Morgen.
„Ich bin schön weich, oder? Soll ich mein T-Shirt auch noch ausziehen? Ich habe kein Problem damit. Ich trage ja zum Glück noch einen Bügelosen-Sport-BH…dann geht das ganze immerhin schneller.“
Nachdem ich das sagte, spürte ich zwei nervöse Augenpaare der anderen Security-Leute auf mir ruhen gekoppelt mit roten Wangen der Verlegenheit.
Oh, Mann. Na, immerhin war es der „Toucherin“ dann auch noch etwas unangenehm. Immerhin.

Weiter im Programm. Jacke & Schuhe wieder an. Rucksack vom Band genommen. Auf zum Gate. 08:10 Uhr. Boarding startet um 08:45 Uhr. Alles läuft wie geplant (betreffend der Zeiten, nicht der Security-Sache, siehe oben).
Im Wartebereich erst einmal ausruhen. Blick aus dem Fenster. Der Regen wird weniger, es tröpfelt nur noch und der Himmel lichtet sich. Ein wundervoller Anblick erscheint. Ein Regenbogen. Jetzt bin ich im Urlaub! Endlich!~

1_IMG_8570

Boarding geht los und ich steige in den Flieger.

Auf in den Urlaub!

1_20191012_072404

Und wie man sieht hat sich das Warten endlich gelohnt!

Auch während meines Fluges konnte ich noch wunderschöne Aussichten genießen! 🙂

1_20191012_072351